BUND Regionalgruppe Duesseldorf

Kreisgruppe Essen errichtet Wildbienenstand im Schlosspark Borbeck

22. April 2024

Summen und Brummen für die Artenvielfalt

 (BUND-KG Essen)

Mit finanzieller Unterstützung der Bezirksvertretung IV hat der BUND Essen nun einen weiteren Wildbienenstand an exponierter Stelle eröffnet. „Nach langer Suche haben wir uns für ein Areal am Ententeich im Schlosspark entschieden“, so Martin Kaiser von der AG Artenschutz des BUND Essen. Einerseits, weil es dort ein ausbaufähiges Blühangebot als Nahrungsangebot für die kleinen Schützlinge gibt und andererseits, weil sich viele Menschen dort beim Spazieren über Wildbienen informieren können. „Angst, gestochen zu werden, muss man nicht haben“, so AG Mitglied Alfred Dübbert. Wildbienen sind meist zu klein, um mit ihrem winzigen Stachel die menschliche Haut zu durchdringen und auch sehr friedliebend, weil sie im Gegensatz zur allseits bekannten Honigbiene keinen Bienenstock verteidigen.

Als wichtige Bestäuber leisten sie einen unschätzbaren Wert im Gefüge der Artenvielfalt, sind aber leider auch bei uns im Ruhrgebiet zum Teil stark gefährdet. Dabei nisten nur ca. ein Viertel aller Wildbienen in oberirdischen Strukturen, so wie es der Wildbienenstand hier zur Verfügung stellt. Die allermeisten Wildbienen nisten in sandigen, lückigen Boden z. B. häufig auch in Steinfugen von Auffahrten. Dafür den Blick zu schärfen und Natur in der ganzen Stadt zu erhalten, ist eins der vordringlichsten Ziele des BUND Essen.

„Wir wollen konkret etwas tun und zur Nachahmung anregen“, so Kaiser. Besonders in den Blick nimmt die BUND-Kreisgruppe dabei die Aufwertung aller Grünflächen in der Stadt, denn ohne Nektar und Pollen einer vielfältigen einheimischen Pflanzenwelt würden unsere Wildbienen und viele andere Bestäuber verhungern.

„Dabei gilt es auch unser tradiertes Empfinden einer 'schönen' Landschaft zu hinterfragen“, so Kaiser. War die Wahrnehmung einer 'schönen Landschaft' früher eher von einem romantisch-ästhetischen Empfinden geprägt, so gilt es heute, landschaftliche Flächen bewusst mit zeitgemäßen Funktionen zu belegen, z. B. für den Artenschutz. Ein guter Kompromiss sind hier Kombinationen: Im Umfeld des Schlosses im Schlosspark sehen die einheitlich kurz gepflegten Rasenflächen sehr ansprechend aus. „Ein paar wilde Ecken, in denen Kräuter und Gräser auch mal blühen und über den Winter als Überwinterungshilfe stehen bleiben dürfen, haben darüber hinaus aber einen ganz eigenen Reiz und sind für unsere Mitgeschöpfe unverzichtbar“, so Kaiser.

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