Spaziergang mit Erkenntnissen zu Wald- und Moorschutz ...

Hier ist eine der kleinen Mini-Naturschutzzonen zu sehen, die im Hildener Stadtwald wie kleine Flicken in einem Flickenteppich verteilt sind.  (© Solveigh Zieger)

... mit Holger Sticht (Landesvorsitzender des BUND NRW) und Claudia Roth von der Ortsgruppe Hilden im Hildener Stadtwald

Im November 2023 besuchte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht auf Einladung der Grünen/Ortsverband Erkrath den Hildener Stadtwald. An sechs Stationen wurden dabei verschiedene Themen, Probleme und Lösungsansätze besprochen, die unseren Wald heutzutage betreffen.

Hier ist eine der kleinen Mini-Naturschutzzonen zu sehen, die im Hildener Stadtwald wie kleine Flicken in einem Flickenteppich verteilt sind. Eine abgetragene Fläche mitten im Wald brachte den nächsten Stopp. Hier wurde der Rohboden freigelegt. Eine gute und wichtige Maßnahme, um die überdüngte Erde abzutragen und den tonigen Rohboden freizulegen. So schön und gesund zugewucherte Flächen aussehen, sind sie auch ein deutlicher Hinweis für Überdüngung. 40% der Landesfläche ist überlastet mit Stickstoff. Flächen wachsen zu, Biodiversität nimmt ab und es fehlen die Tiere, die sonst die Flächen  freigehalten hätten.

 

Gagel wächst bevorzugt  am Rand von Mooren, genau wie  Erlenbruchwald. Beides ist streng  geschützt und erhaltenswert. Gagel wächst bevorzugt am Rand von Mooren, genau wie Erlenbruchwald.  (© Solveigh Zieger)

Gagel ist eine typische Moorpflanze, die 3-4 Meter hoch werden kann. Gagel wächst bevorzugt am Rand von Mooren, genau wie Erlenbruchwald. Beides ist streng geschützt und erhaltenswert.

Claudia Roth vor einem Entwässerungsgraben.lange Zeit schon entwässert, damit die Erde trocken genug ist für die gewünschten  Baumarten in den Baumplantagen. Die ursprünglichen  Baumarten wie Moorbirke, Schwarzerle usw. wurden  durch die Trockenlegung verdrängt Claudia Roth vor einem Entwässerungsgraben.  (© Solveigh Zieger)

Die Fläche wurde über lange Zeit schon entwässert, damit die Erde trocken genug ist für die gewünschten Baumarten in den Baumplantagen. Die ursprünglichen Baumarten wie Moorbirke, Schwarzerle usw. wurden durch die Trockenlegung verdrängt und befinden sich daher nur noch bei den Entwässerungsgräben, da dort genug Wasser vorhanden ist. Viel Aufwand für teils invasive Neophyten wie Roteiche, die die einheimische Bäume verdrängen und anderswo bekämpft werden.

Buchenforst/plantage. Alle Bäume gleich alt, gleich lang,  engstehend und astfrei. Unten alles  kahl und leer, da zu wenig Platz und  Licht für Pflanzen, Büsche und andere  Bäume da ist, was aber auf eine Baumplantage auch gewollt ist  (© Solveigh Zieger)

Nächster Halt: ein Buchenforst - oder besser: eine Buchenplantage. Alle Bäume sind gleich alt, gleich lang, engstehend und astfrei. Unten alles kahl und leer, da zu wenig Platz und Licht für Unterbewuchs, Büsche und andere Bäume da ist, was aber auf einer Baumplantage auch gewollt ist.

Ein ehemaliger Kiefernforst, der nicht mehr betrieben wird und daher "Wildwuchs" sichtbar ist. Die  Natur ist nicht aufzuhalten.  (© Solveigh Zieger)

Auf diesem Bild ist ein ehemaliger Kiefernforst zu sehen, der nicht mehr bewirtschaftet wird; daher ist "Wildwuchs" sichtbar.

Letzter Stopp des Spaziergangs war ein kleiner Erlen-Eschen-Auenwald - ein prioritärer Lebensraumtyp, also ein vom Verschwinden bedrohter Wald.  (© Solveigh Zieger)

Letzter Stopp des Spaziergangs war ein kleiner Erlen-Eschen-Auenwald - ein prioritärer Lebensraumtyp, also ein vom Verschwinden bedrohter Wald. Das heißt, er ist EU-weit so streng geschützt, dass er überhaupt gar nicht irgendwie negativ beeinträchtigt werden darf. Im Vergleich zur Plantage kann man hier und auch beim alten Kiefernforst schön sehen, dass nicht
immer alles aufgeforstet werden muss, sondern auch von ganz alleine Wald entstehen oder nachwachsen kann.